Dr. Wolfgang Schachinger

Ayurvedaarzt

Dr. Wolfgang Schachinger

Ayurvedaarzt

F: Herr Dr. Schachinger, Sie sind Arzt für Allgemeinmedizin. Wie kam es dazu, dass Sie als Ayurvedaarzt tätig wurden?

A: Das ist eine spannende Geschichte! Meine Ausbildung zum Allgemeinmediziner habe ich im Sommer 1982 abgeschlossen. Ich musste dann noch meinen Zivildienst absolvieren und machte einige Monate Praxisvertretungen, bevor ich 1984 meine eigene Praxis eröffnete.

Genau zu dieser Zeit begann mein spiritueller Lehrer Maharishi Mahesh Yogi, Ayurveda als sinnvolle Ergänzung zu Meditation und Yoga zu empfehlen. Sein Anspruch war, den Ayurveda zu erneuern und die Globalisierung des Ayurveda zu starten.

Schon bei den ersten von Maharishi organisierten Ausbildungskursen war ich dabei und ließ mich zum Ayurvedaarzt ausbilden.

F: Wie bekannt war Ayurveda damals?

A: Der Begriff „Ayurveda“ war damals in Europa völlig unbekannt. Ich hörte oft, dass die Wörter „Ayurveda“ und „Aloe Vera“ (eine bekannte Heilpflanze) miteinander verwechselt wurden. Mit dem Begriff „Ayurvedaarzt“ konnte auch so gut wie niemand etwas anfangen.

F: Was ist das Besondere an der Ayurveda Medizin?

A: Der Kontakt mit Ayurveda hat mich sehr berührt. Ich hatte mit großen Hoffnungen und Erwartungen Medizin studiert. Meine Motivation war, zu erlernen, wie man Menschen „heilt“, sie zu besserer Gesundheit hinführt. Aber da war die bei uns damals praktizierte Schulmedizin eine Enttäuschung auf der ganzen Linie. Es ging fast immer darum, die schlimmsten Symptome von Krankheiten zu unterdrücken. Die gängige Medizin ist Teil eines „Krankheitsverwaltungssystems“.

Als Ayurvedaarzt habe ich mich intensiv mit dem Thema „Gesundheit“ auseinandergesetzt und damit, wie man Gesundheit und Wohlbefinden verbessern kann. Jeder Ayurvedaarzt lernt zu Beginn seiner Ausbildung die Definition von Gesundheit und wie man sie optimieren kann. Als Ayurvedaarzt hat man bei jedem Patienten ein klares Ziel vor Augen: Gesundheit stärken. Und das verlangt nach anderen Strategien als bei einer reinen Symptombekämpfung.

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F: Was bedeutet der Begriff „Maharishi Ayurveda“?

A: In den Jahrtausenden seit seiner ersten Anwendung hat sich der Ayurveda immer wieder etwas verändert. Die klassischen Texte liegen in ihrer ursprünglichen Form noch heute vor und werden auch verwendet. Trotzdem gibt es verschiedenste Interpretationen und Anwendungen, die sich im Lauf der Zeit immer mehr vom Spirituellen in den Bereich des Materiellen verschoben haben. Bei seiner Initiative zur Globalisierung des Ayurveda war es Maharishi Mahesh Yogi ein wichtiges Anliegen, die fundamentalen Aspekte des Ayurveda getreu den Originaltexten in den Vordergrund zu rücken. Veda ist das Fundament des Ayurveda, und Veda ist die Wissenschaft von Bewusstsein, die praktische Anwendung der grundlegenden Intelligenz der Natur. Das sollte laut Maharishi jeder Ayurvedaarzt wissen und bei seinen Empfehlungen berücksichtigen.

F: Wie konnten Sie Ayurveda schon damals in Ihrer Praxis anwenden?

Ich hatte das große Glück, dass ich von hervorragenden und sehr berühmten Lehrern zum Ayurvedaarzt ausgebildet wurde. Das Besondere war, dass viele meiner Lehrer dann längere Zeit in Europa waren und zwischen den Ausbildungskursen freie Zeit hatten. Ich lud diese sehr erfahrenen Ayurvedaärzte zu mir in die Praxis ein und konnte im eigenen Umfeld mit ihnen arbeiten. Durch den traditionellen Ayurvedaarzt mit großem Erfahrungsschatz an meiner Seite konnte ich sehr rasch die verschiedensten ayurvedischen Therapien und Vorgangsweisen bei meinen eigenen Patienten:innen praktisch anwenden.

Zu Hilfe kam mir auch, dass ich schon während meines Medizinstudiums eine Ausbildung zum Lehrer für Transzendentale Meditation und ein Studium der „Vedischen Wissenschaft“ absolviert hatte. Durch dieses Wissen und die Tätigkeit als Meditationslehrer hatte ich schon einen wertvollen Einblick in regulative Heilvorgänge, der mich als Ayurvedaarzt sehr unterstützte.

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F: Wie wurde Ihre Tätigkeit als Ayurvedaarzt der breiten Öffentlichkeit bekannt?

Mein Bekanntheitsgrad als Ayurvedaarzt wuchs spontan über die Jahre. Im Wesentlichen kamen Patienten ohne jede Werbung nur durch persönliche Empfehlungen in meine Praxis. Ende der 1990er Jahre war die Nachfrage so groß, dass ich eine 2. Ärztin in meiner Praxis anstellte, die damals noch als Kassenpraxis geführt wurde.

1993 begannen wir auch, Pancha Karma Kuren in unserer Praxis anzubieten. Da gab es das eine oder andere Interview in Presse oder Fernsehen.

Vor 10 Jahren beendete ich die kassenärztliche Tätigkeit. Ich hatte als Ayurvedaarzt so viel zu tun, dass ich mich für eine Tätigkeit entscheiden musste. Und das konnte nur meine Berufung als Ayurvedaarzt sein. Seit 4 Jahren ist auch meine Tochter Dr. Valeria als Ayurvedaärztin mit in der Praxis tätig.

Meine internationale Tätigkeit als Referent bei Vorträgen und Ausbildungsseminaren verbreitete meinen Ruf als Ayurvedaarzt über die Grenzen Österreichs hinaus.

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F: Wie ist es möglich, eine so große Zahl an Patienten gut zu betreuen?

Vor 5 Jahren habe ich einen neuen, sehr innovativen Schritt gewagt. Als erster Ayurvedaarzt in Europa biete ich ayurvedische Reinigungskuren im Webinar-Format an, also über elektronische Medien. Jeder Teilnehmer bekommt Kurmittel und schriftliche Anleitungen zugesandt. Zusammen mit meiner Tochter Dr. Valeria leite ich die Teilnehmer in Live-Vorträgen, die im Internet übertragen werden, zu einer Ayurveda Kur zuhause an. Dadurch kann ein Ayurvedaarzt gleichzeitig hunderte Patienten bestens persönlich betreuen. Ein großer Segen der modernen Technologie, den ich nicht missen möchte!

 

F: Was ist Ihre Zukunftsperspektive?

A: Im Frühjahr 2022 erfüllte ich mir meinen lang gehegten Traum als Ayurvedaarzt. In 18-monatiger Bauzeit haben wir ein neues Heim für unsere Tätigkeit errichtet – soma das Zentrum für Maharishi Ayurveda und ganzheitliche Medizin.

Dieses Haus ist nach den Prinzipien der Vedischen Architektur (Maharishi Sthapatya Veda) mit hochwertigen biologischen Baustoffen erbaut worden und strahlt eine starke Heilkraft aus. In diesem Gebäude habe ich perfekte Bedingungen als Ayurvedaarzt: ausreichend Platz für alle Anwendungen, Räume für stationäre Patienten, Thermal-Heilwasser und die traumhaft schöne Lage am Naturjuwel Hausruckwald.

Im Haus soma bieten wir die einzigartige Symbiose von Maharishi Ayurveda, dem örtlichen Heilvorkommen (Thermal-Heilwasser) und wissenschaftlich fundierter moderner Diagnostik und Therapie an.

F: Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Dr. Schachinger!

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg als Ayurvedaarzt und viele gesunde Jahre, damit Sie noch zahlreiche Menschen auf ihrem Weg zu besserer Gesundheit betreuen können.